
Linz Führer von Reiman
Durch eine Stadt in Bild & Ton
Im Jahre 1990 verfasste R. Manninger einen in Europa einzigartigen Linzer Stadtführer, der in der Folge von zahlreichen Gemeinden und Städten nachgeahmt wurde. Mit "Linz - Führung durch eine Stadt in Bild und Ton" wurde der 1. Walkman-Stadtführer der Geschichte geboren.
Auszug "Aus der Geschichte"
Über die eigentliche Entstehung von Linz ist man sich heute nicht ganz im klaren. Fest steht jedoch, dass die Stadt ihren Ursprung der verkehrsgünstigen Lage zu verdanken hat. Schon Jahrhunderte vor Christus wurden Handelsgüter aus dem Alpenraum, insbesondere aus dem Salzkammergut, auf der Traun zur Donau befördert. Von dort setzten sie ihren Weg entweder in die Gebiete des Nordens nach Böhmen fort, oder sie wurden per Schiff in die östlichen Regionen transportiert. Somit wurde schon in vorchristlicher Zeit der Grundstein für ein Handelszentrum gelegt, das über Jahrhunderte hinweg bis heute zu einer großen Geschäfts- und Industriestadt angewachsen ist.
Die erste urkundliche Namensgebung taucht um das Jahr 410 n. Chr. in Verbindung mit dem Römerkastell "Lentia" auf. Das Römerlager diente als wichtiger strategischer Stützpunkt am Limes-Grenzwall im Kampf gegen die einbrechenden Germanen, die infolge der Bedrohung durch die Hunnen im Osten immer weiter in das Römische Reich hineindrängten.
Die erste deutsche Namensgebung ist auf das Jahr 799 n. Chr. zurückzuführen, als die Martinskirche mit der Ortschaft "Linze" erwähnt wird.
Um das Jahr 840 tritt Linz erstmals als Marktort in einer Schenkungsurkunde in Erscheinung ("loco publico nominato Linza").
Zuerst war "Linze" im Besitz des Herzogtums Bayern. Erst nachdem der Babenberger Leopold VI Linz, das zu jener Zeit schon Stadtcharakter erlangte, von einem Passauer Ministerialen 1210 käuflich erworben hatte, gehörte es zu den österreichischen Landen.
Nach der Besetzung Wiens durch die Ungarn im Jahre 1485 flüchtete Kaiser Friedrich III nach Linz, um das "Heilige Römische Reich Deutscher Nation" von hier aus zu regieren. Der Kaiser erwählte Linz auch zu seinem Alterssitz, wo er 1493 verstarb.
Im Jahre 1626 wurde die Stadt während eines erfolglosen Bauernaufstandes unter der Führung Stefan Fadingers gegen den gefürchteten Statthalter Adam von Herberstorff ("Frankenburger Würfelspiel") stark in Mitleidenschaft gezogen.
Im österreichischen Erbfolgekrieg stand Linz eine Zeitlang im Mittelpunkt der europäischen Politik, als der kühne Feldherr Ludwig Andreas Graf Khevenhüller unter dem Befehl der jungen Kaiserin Maria Theresia die von den Bayern und Franzosen eingenommene Stadt 1742 triumphal zurückeroberte.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Linz abermals von den Franzosen durch Napoleon besetzt (1809 "Schlacht bei Ebelsberg") und außerdem verheerend zugerichtet.
Im Jahre 1827 veranlasste Erzherzog Maximilian den umfangreichen Bau einer zweiunddreißigtürmigen Befestigungsanlage, die jedoch erfreulicherweise nie zum Einsatz kam.
Den folgenschwersten Angriff musste die Stadt im 2. Weltkrieg erleiden. Nicht weniger als 22 Luftangriffen war Linz ausgesetzt. Hauptziel war die unter Hitler aufgebaute Schwerindustrie.
Heute präsentiert sich Linz als eine moderne Großstadt mit pulsierender Wirtschaft und reichhaltigem Freizeit- und Kulturangebot.
Quellenangabe
Auszug aus "Linz - FÜhrung durch eine Stadt in Bild und Ton", Reiman, 1990


