Integration ist keine Dienstleistung
Bedauerlich. Das vorliegende Linzer Integrations-Papier ist kein Konzept, sondern eine Stoffsammlung mit einer Ansammlung von Begehrlichkeiten diverser Linzer Organisationen. Es weist weder eine Zielformulierung, eine Erfolgsplanung noch eine Umsetzungsstrategie auf. Es ist schlichtweg ein stümperhafter Entwurf, ausgeschmückt mit allerlei hohlen Phrasen. Selbst nennt es sich „Ansatz“. In Wirklichkeit ist es eine Ballade mit dem Titel: “Sie wünschen, wir spielen“ und der Pointe “Willkommen in Linz!“.
Dieses Papier hat mit den Grundsätzen eines professionellen Sozialmarketings nichts zu tun. Es beruht keineswegs auf einer seriösen Analyse. Weder die hierfür notwendige Leistungsfähigkeit der Stadt noch die Leistungsbereitschaft der betroffenen Belegschaft wird hinterfragt. Eine Zielgruppe ist nicht erkennbar, stattdessen wirft man die in Linz lebende inhomogene Gruppe der Migranten in einen Topf, die scheinbar ohne jede Gegenleistung bestimmte Serviceleistungen der Stadt in Anspruch nehmen kann, sofern sie will.
Die Stadt hingegen hat selbstverständlich für die Bereithaltung der Ressourcen zu sorgen. Das Papier spricht weder die Integrationsbereitschaft noch allfällige Pflichten der Leistungsempfänger an. Im Gegenteil, Integration wird als eine Art „Dienstleistung“ par excellence angepriesen, die Migrant beanspruchen kann oder eben auch nicht. Dabei werden Sprachförderungen mit Wohlfühlcharakter, eigene Migranten-Mediatoren, Migranten-Stadtteilbüros, eine Migranten-Bibliothek, Migranten-Elternvereine und gar spezielle Migranten- Animationsprogramme für die Jugend angeboten. Und wer bisher der Meinung war, dass Linzer Kulturhäuser allgemein hin für alle Bevölkerungsgruppen offen stehen, der irrt gewaltig. Denn aus diesem Grund muss ja auch noch ein eigenes Migranten-Kulturhaus errichtet werden. Hinter dieser schmucken Fassade verbergen sich natürlich die eigentlichen Begehrlichkeiten diverser Organisationen, Parteien und Vereine: Subventionen - also Geld der Stadt Linz, das vornehmlich dem politisch links drehenden Kreislauf zugeführt werden soll. SPÖ und Grüne betonten ja stets, dass es in Linz kein Integrationsproblem gebe. Deshalb ist es auch nahe liegend, dass hinter der Aktion eine Verschleierungstaktik steckt. Beide Parteien nützen unter dem Vorwand der Humanität, der Vielfalt und der Chancengleichheit die Situation für sich schamlos aus, indem sie eine weitere Zugriffsmöglichkeit auf das Linzer Steuergeld namens „Integration“ geschaffen haben.
Den Linzer BürgerInnen hingegen wird ein Bringschuld-Katalog ohne wenn und aber vor die Nase geknallt. Dabei klingt der Titel „Für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft“ nahezu wie eine gefährliche Drohung. Anders herum, wenn unsere Bedingungen nicht erfüllt werden, denn kracht es eben. So wird man weder eine Dialogbereitschaft noch Austauschbeziehungen fördern. Im Gegenteil, die Gefahr besteht, dass mehr denn je Ressentiments aufgebaut werden. Denn bei soviel Extrawürstel und Sonderprivilegien wird es alsbald vorbei sein mit dem Verständnis der Aufnahmegesellschaft. Demnach wird das ominöse Integrations-Papier eher spalten denn einen.
Nicht Integration, sondern Segregation wird die Folge sein. Und das so sensible Thema „Integration“ wird weiterhin eine leere Worthülse bleiben. Bedauerlich!
BZÖ LINZ
Gemeinderat Reiman


