Das OÖ Landesmusikschulwerk ist in die Jahre gekommen. Ebenso seine Strukturen, die bis in die 70iger Jahre zurück reichen. Damals träumte die Landesregierung von einem flächendeckenden egalisierten Musikschulwesen, das - basierend auf dem OÖ Musikschulplan - bis 2010 abgeschlossen sein sollte. Die gesetzliche Grundlage schuf das OÖ Musikschulgesetz. Heute müssen wir feststellen, dass zwar der Vollausbau de facto abgeschlossen ist, jedoch die enormen Kosten nicht mehr zu rechtfertigen sind. In etwa die Hälfte des Landes-Kulturbudgets (ca 65 Mio €) verschlingt der Moloch jährlich. Hinzu kommen die nicht unwesentlichen anteiligen Kosten, die viele der mittellosen Gemeinden beisteuern müssen. Das Krisenjahr 2010 zeigt dem Land gnadenlos seine Grenzen auf. Diese Dienstleistung wird auf Dauer nicht mehr finanzierbar sein, es sei denn, das Landesmusikschulwerk unterzieht sich einer rigorosen Schlankheitskur!
Schon im Jahre 2001 kritisierte der Landesrechnungshof die veralteten, starren und hierarchisch aufgebauten Strukturen. Er mahnte dringend Reformen ein, die bis heute nicht oder nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Landespolitik steckte hingegen beleidigt den Kopf in den Sand und kultivierte weiterhin die “Rühr mich nicht an“ – Politik.
Zu dieser Zeit war längst klar geworden, dass die „heilige Landeskuh“ zu einem gewaltigen Kulturmonopol geworden war, die auf keinen Fall angetastet werden darf. Jegliche Kritik an ihr wurde im Keim erstickt. Bedauerlich, jedoch auch viele Medien übernahmen bisher über Jahrzehnte hinweg blindlings und ohne Gegendarstellungen die Jubelmeldungen der politischen Allmacht. Auch diese Kontrolle wurde ausgeblendet. Oppositionelle Meinungen wurden gerne lächerlich gemacht, sofern diese nur angedacht wurden. Man kann getrost sagen, dass eine Kritik am OÖ Landesmusikschulwerk zu den schlimmsten Schandtaten in Oberösterreich zählt. Wer dies wagt, wird öffentlich für grenzdebil erklärt. Allerdings, es ist nur eine Frage der Zeit, wann dieser schwerfällige Apparat in sich zusammenbrechen wird.
Also, höchste Zeit, die Augen aufzumachen! Höchste Zeit, die Ohren zu spitzen! Höchste Zeit, die Wahrheit auszusprechen!


