
GR Reiman
Seit mehr als 40 Jahren palavern die Linzer Stadtpolitker über eine 4. Donaubrücke - alles heisse Luft, wie wir ja bedauerlicherweise immer noch feststellen müssen. Doch dass uns nebenher die für Linz so bedeutsame "Eisenbahnbrücke" scheinbar unbeachtet in aller Ruhe unterm Hintern wegrostet, ist schon wirklich aberwitzig und nur eine Linzer Verkehrsposse mehr.
Wir haben uns also tunlichst über den Erhalt der noch bestehenden Linzer Brücken Gedanken zu machen, um nicht am Ende gar mit zwei auskommen zu müssen.
Doch die Zeit drängt gewaltig. Denn die gute alte Dame "Eisenbahnbrücke" scheint offensichtlich ausgedient zu haben. Dies besagt zumindest ein Gutachten der TU Wien, was schließlich bedeutet, dass mit 31.12.2012 eine für Linz-Urfahr unverzichtbare Verbindung schlichtweg gekappt wird.
Nachdem bis heute kein einziges Konzept vorliegt, wie und wodurch die Brücke ersetzt werden soll, besteht die Gefahr, dass es für einige Jahre überhaupt keine Brücke mehr geben wird. Bravo!
Die Folge wird ein Verkehrschaos ungeahnten Ausmaßes sein. Das Volk wird garantiert schäumen und zurecht toben. Denn das chronische Leiden der Brücke ist ja nicht erst seit gestern bekannt, sondern mindestens 15 Jahre lang immer wieder andiskutiert worden.
So erhebt sich schon die Frage, warum die Stadtregierungen der früheren Perioden dieses so schwerwiegende Problem immer wieder von sich schoben, stets mit dem lächerlichen Verweis der Unzuständigkeit. In Wirklichkeit muss man den ehemaligen Stadtvätern schlimmste Nachlässigkeit vorwerfen, denn wer auch immer diese Brücke besitzen mag, ist letztlich für die Bürger nebensächlich. Sie ist eben eine lebenswichtige Verkehrsader der Stadt Linz und somit mit allen nur erdenklichen Strategien zu verteidigen, sollte man meinen. Doch weit gefehlt. Sechs Jahre grüne Verkehrspolitik genügten, um unsere Stadt noch weiter zurück zu werfen. Zwar beglückte uns der grüne Verkehrsreferent und Mobilitätsstadtrat Himmelbauer mit allerlei Verkehrsfallen, skurrilen Bodenmarkierungen und umgebauten Kreuzungen, jedoch beim überaus wichtigen Thema "Eisenbahnbrücke" wars alsbald vorbei mit der Rührigkeit. Er verabsäumte es schlicht und ergreifend, das Problem ins Zentrum zu rücken und die Dringlichkeit der Öffentlichkeit bewußt zu machen. Er ließ weder erkennen, dass er vehement Druck auf die ÖBB ausüben würde noch schien er gegen die zuständigen Behörden mobil zu machen.
Es liegt eben in der Verantwortung eines Verkehrsstadtrats, die Verkehsströme im Auge zu behalten, zu sichern und dahin gehend auch weitblickend zu interagieren. Doch stattdessen verlor sich jener in seine selbstgefällige Grün-Romantik und fantasierte über eine "Linzer Radlerbrücke". - Mit Verlaub, Herr Mobilitätsstadtrat a.D.. Das haben Sie verbockt!


